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Aktualisiert: 7. Dez. 2025

Wenn man mit dem Streaming oder Vlogging beginnt, weiß man zunächst nicht genau, was man eigentlich dafür braucht und was nicht. Klar, ein Mikro, eine Kamera, eine Speicherkarte und natürlich die Inhalte. Aber mit der Zeit kommt man immer wieder in Situationen, die nach neuem Equipment schreien oder bei denen die aktuelle Lösung an ihre Grenzen stößt. Bei Kameras geht es dabei um Verschlusszeiten, Rauschverhalten in dunklen Szenen, Videoqualität und dergleichen. Und beim Sound wird einem schnell bewusst: Mit nur einem Modell wird man niemals in allen Situationen das beste Ergebnis erzielen.



Das Lavalier Mikrofon

Stellt Euch folgende Situation vor: Ihr habt Euch für eine Vlogging-Kamera und ein Lavalier-Mikrofon (bezahlter Link) entschieden – das sind diese kleinen Modelle, die man mit einem Klipp an Hemd oder Pullover befestigen kann. Diese Kombination funktioniert gut. Zumindest immer dann, wenn Ihr einen genauen Plan von dem habt, was Ihr eigentlich aufnehmen wollt. Dreht Ihr also gerade ein Special über die neueste 360-Grad-Kamera, werdet Ihr unterwegs wahrscheinlich ausschließlich Eure eigenen Gedanken dazu teilen und die Testschritte, die Ihr gerade aufnehmt, kommentieren.


Seid Ihr aber ohne konkretes Konzept unterwegs – zum Beispiel bei einem Reise-Vlog –, kann es immer mal passieren, dass Ihr in eine unerwartete Gesprächssituation kommt. Das Lavalier-Mic wird in diesem Fall immer nur Eure Stimme klar und präsent aufzeichnen, die Eures Gesprächspartners aber nur dünn und entfernt. Natürlich schneidet auch das Kameramikro mit, aber dann habt Ihr zwei verschiedene Klangcharakteristika innerhalb des Interviews, die Ihr in der Post Production nur mit viel Mühe und selten mit dem erhofften Ergebnis angleichen könnt. Einmal ganz abgesehen von der eher mauen Qualität der meisten integrierten Kamera-Mics.


In diesem Fall ist ein auf die Kamera aufgestecktes Richtmikrofon die bessere Lösung, da es automatisch immer in Richtung des Motivs zeigt und sowohl Umgebungsgeräusche aus diesem Bereich als eben auch die Stimme einer dort sprechenden Person einfängt. Könnt Ihr Interview-Aufnahmen vorab planen, und sollen die Personen sich beim Filmen auch noch bewegen (zum Beispiel bei einer Begehung einer Produktionsanlage, oder einfach einem Walk and Talk durch die Stadt), spielt wieder das Lavalier-Mikrofon seine Stärken aus. In diesem Fall benötigt Ihr dann pro Person ein eigenes Modell (hier gern identische Verwenden) samt Audio-Recorder, oder eine Funklösung, die alle Signale zu einem einzelnen Recorder schickt.


Lavalier Mikros sind neben dem eingangs erwähnten Solo-Vlog und planbaren Interviews immer dann sehr gut, wenn man bei statischer Kamera selbst vollkommene Bewegungsfreiheit haben möchte. Im Studio könnt Ihr dann auch mal was aus dem hinteren Regal holen, ohne dass Eure Stimme dabei flöten geht. Auch wenn Ihr einen Clip über eine neue Drohne drehen und Euch an dem Schauplatz frei bewegen möchtet, ohne dabei stets die Platzierung des Mics zu beachten, ist ein Lavalier der richtige Begleiter. Allerdings fängt es dafür nicht so viele Umgebungsgeräusche ein, wie ein Richtmikrofon.


Das Richtmikrofon

Wie ein Lavalier-Mic ist ein Richtmikrofon ein Modell aus der Gruppe der Kondensator-Mikrofone, die eine Phantomspeisung benötigen – also Strom. Beim Lavalier steckt die Batterie zumeist in einer Box in der Mitte des Kabelwegs, die dann auch den Ein- und Ausschalter sowie in manchen Fällen den Schalter zum Aktivieren einer Rauschunterdrückung bereithält.


Während das kleine VideoMic Go von Rode ohne zusätzliche Power auskommt und daher sehr leicht und ideal für den schnellen Immer-dabei-Vlog ist, benötigt das potentere und wesentlich voluminöser, reifer und natürlicher klingende Rode NTG4+ (bezahlter Link) die genannte Zusatzenergie. Dafür ist es aber nicht auf die unter anderem von einigen mobilen Recordern, wie dem H6 von Zoom (bezahlter Link), zur Verfügung gestellte Phantomspeisung angewiesen, sondern funktioniert mit einem integrierten Akku.



Ein Nachteil dieses Modells ist sein Gewicht: Mit 176 Gramm sorgt es dafür, dass man zusammen mit der Kamera, einem Objektiv, dem Audiorecorder und ggf. noch einem LED-Light auf gut und gern 2kg Gesamttraglast kommt, die man mit einer Hand auf dem mobilen Stativ durch die Gegend trägt. Das Ergebnis dieser Kombi ist dafür derart beeindruckend, dass man den Muskelkater bei hochwertigen Filmvorhaben gern in Kauf nimmt.


Das dynamische Mikrofon

Mit einem dynamischen Mikrofon, wie dem SM7B von Shure (bezahlter Link), könnt Ihr Eurer Stimme oder denen von Interviewpartnern im Studio noch einmal einen Extraboost Präsenz, Wärme und Volumen verleihen. Diese Modelle benötigen keinen Strom, dafür aber einen potenten Vorverstärker. Da mein Rubix 22 von Roland (bezahlter Link) diesen nicht bietet, habe ich mir mit dem CloudLifter CL-1 (bezahlter Link) beholfen, der das Signal des Mikrofons, bevor es in das Audio Interface gelangt, um 25db anhebt. So kann das Mikrofon seine volle Bandbreite ausspielen und wird nicht durch die Limitierungen des Interfaces gebremst.


Neben dem satten Sound des SM7B (bezahlter Link) hat es noch einen weiteren Vorteil für Voice-Over- oder Streaming-Situationen: Es registriert kaum Umgebungsgeräusche. So wird Eure Kommunikation mit den Followern auf twitch, Mixer und Co. nicht durch das Klappern der Tastatur gestört. Das bedeutet allerdings auch, dass Ihr selbst nicht zu weit von dem Mikrofon entfernt sein solltet.


Fazit

Mit einer Kombination aus Shotgun- und Lavalier-Mikrofon kommt man in den meisten Vlogging-Situationen zurecht und ist mit dem Richtmikrofon auch beim Streamen gut beraten. Wer etwas mehr Geld ausgeben kann und will, der nutzt für den Stream zusätzlich ein dynamisches Modell. Das verleiht der Stimme mehr Rundungen und Wärme und zeichnet etwaige störende Nebengeräusche, wie zum Beispiel das Klappern der Tastatur, reduzierter auf als die zuvor genannten Optionen. Für den Start reicht auch ein günstiges Lavalier-Mic, das sowohl draußen als auch indoor sehr praktikabel ist und passable Ergebnisse liefert.

Aktualisiert: 8. Dez. 2025

Wer mit dem Streaming oder Vlogging anfängt, merkt schnell, dass neben der passenden Rechnerkonfiguration für die flüssige Bildübertragung und diversen anderen Hardwareüberlegungen auch eine andere Komponente ungemein wichtig ist für gute Resultate: Licht! Sobald Ihr nämlich Realbilder in Euer Gaming-Footage mixt, muss die Beleuchtung stimmen. Ansonsten fällt nämlich die Einblendung von Euch in Eurer Wohnumgebung gegenüber dem kontrastreichen, strahlenden und fehlerfreien Hintergrundbild des Games um einiges ab. Eine zu dunkle Umgebung sorgt für auffälliges Rauschen. Zu helles Licht sorgt für überstrahlte Flächen in Eurem Gesicht. Und ungünstiger Schattenwurf zerstört den Freistellungseffekt, solltet Ihr einen Greenscreen nutzen, um Euch ohne Hintergrund in den Stream einzublenden.



Für das passende Licht stehen diverse Optionen zur Auswahl. Zunächst dachte ich an die sogenannten Softboxen. Das sind aufgeplusterte Stoffballons, in deren Inneren und auf einem Stativ befestigt Fotolampen arbeiten. Durch den mattweißen Bezug wird ein harter Schattenwurf vermieden und alles sieht schön geschmeidig aus. Das Problem: Mein Studio sollte in einen gerade einmal 4,5qm kleinen Raum passen! Also musste eine andere als diese doch sehr sperrige Variante her.

LED-Fotoleuchte

Ich sah mich bei anderen Streamern auf YouTube um und stieß immer wieder auf die Empfehlung, eine Foto-LED-Lampe zu nutzen. Also besorgte ich mir bei Kamera Express in der Hamburger Innenstadt kurzfristig ein solches Teil, das mich 50 Euro gekostet hat. Das mitgelieferte Stativ wirkte etwas klapprig, war für mich aber ohnehin nicht zu gebrauchen, da ich das Teil ja irgendwie knapp über dem Monitor befestigen wollte. Zunächst klappte ich die Füße dafür ein und verkeilte die Ruili 96 LED zwischen Display und Wand.


Das sah aber nicht wirklich gut aus. Also ließ ich mir eine Eigenkonstruktion einfallen, um die Lampe an die Wand zu bekommen. Beim Ausprobieren fiel mir dann aber auf, dass die Leuchtweite gar nicht dem entsprach, was ich für das rauscharme Freistellen von mir vor dem Greenscreen benötigte. Auf der anderen Seite war die Spot-Leistung derart hoch, dass dies stets zu einem überstrahlten Bereich auf der Stirn führte. Hier hätte ein dimmbares Modell sicher mehr Sinn gemacht.


Elgato Key Light

Aber mir fiel noch etwas auf: Für eine gute Ausleuchtung des Raums – insbesondere bei Nutzung eines Green Screens – und das Vermeiden von Schlagschatten ist eine Beleuchtung von mindestens zwei Seiten aus wichtig. Bei meiner Recherche nach einer Lösung, mit der ich einen solchen Aufbau (kompakt, aber von mehreren Seiten) realisieren konnte, landete ich bei Elgato und ihrem Key Light (bezahlter Link)Das ist eine recht kompakte, flache Foto-LED-Lampe inklusive eines Stativs zum Anklemmen am Tisch. Sie kann mehrere Weißtöne (Temperaturen) darstellen und ist über das Streamdeck – eine physikalische, programmierbare Desktop-Fernsteuerung desselben Herstellers –, eine spezielle App und sogar Alexa und Co. steuerbar.



Und so habe ich bei amazon zwei Key Lights gekauft und an meinem Schreibtisch im Studio angebracht. Das Auspacken und Ausprobieren hat dabei großen Spaß gemacht, da man sich sofort wie ein Profifotograf- oder -Streamer fühlt. Das Licht war zudem großartig, und auch die Bedienung ging (bis auf das etwas fummelige Suchen der Hauptschalter auf der Rückseite der Geräte) gut von der Hand. An die muss man zwar eigentlich gar nicht so oft herankommen, da die Abschaltung über App & Co. gelingt. Hin und wieder kam es allerdings zu dem Effekt, dass eine der Lampe nicht mehr auf Befehle reagierte und ich sie über den hinteren Kippschalter resetten musste.


Neben diesem etwas nervigen Problem kam hinzu, dass auch diese Lösung nicht meinem Anspruch gerecht wurde, das Studio so clean wie möglich zu halten. Es hingen ja schon zwei Monitore und zwei Boxen an der Wand. Zudem der Mikrofonarm meines Sure SM 7 B – da wirkten die beiden Stative, die sehr stabil gefertigt sind und ebenso stabil am Tisch hielten, schlicht zu viel. Ich brauchte also eine neue Alternative.


Philips Discover

Mit dem Wissen aus der Probe-Session mit den Key Lights war mir klar, dass ich nun eine Option für die Wandbefestigung ausprobieren wollte und stieß auf die Philips Outdoor-Lampen Discover (bezahlter Link) Die passen mit ihrer schwarzen Metalloptik zum sonstigen Look des Studios und können sogar den Hue-Farbwechsel, womit ich sie mit meiner Hue-Beleuchtung hinter dem Schreibtisch und der IKEA-Besta-Schrankkombination im Rücken des Arbeitsplatzes matchen kann.


Die Anbringung an der Leichtbauwand war recht einfach und gelang wie bei allen anderen technischen Geräten in dem Zimmer mit unsichtbarer Kabelführung. Das Tolle: Wenn ich nun alles per Alexa-Sprachbefehl auf eine Farbe einstelle, taucht das komplette Studio in eine Farbwelt ein. Und wenn ich streame, stelle ich die beiden Discover auf weißes Licht, das ich dann noch – ebenfalls per Stimme – in seiner Intensität und Weißtemperatur verändern kann.

Fazit

Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Das Freistellen von mir und dem Mikrofon vor dem Green Screen gelingt sehr kantenscharf, der Schattenwurf im Gesicht ist natürlich und weich und wenn ich auf den Green Screen verzichte, kann ich eine gemütliche Stimmung mit gedämpftem, gefärbtem Licht erzeugen. Nachteil: Die Lampen werden im Gegensatz zu den Keylights von Elgato recht warm. Das mag in einer offenen Umgebung oder einem größeren Zimmer kein Problem darstellen, mein kleines Studio heizen sie aber – zusammen mit dem PC, der Xbox und ggf. noch dem Mac Mini – ziemlich auf. Daher suche ich aktuell nach einer Klimatisierungsmöglichkeit, denn die Lampen an sich möchte ich nicht mehr missen.


Wertung: Foto-LED-Leuchte

Design: 7/10

Verarbeitung: 5/10

Preis: 7/10

Leistung: 6/10


Wertung: Elgato Keylight

Design: 8/10

Verarbeitung: 8/10

Preis: 7/10

Leistung: 8/10


Wertung

Philips Discover

Design: 9/10

Verarbeitung: 8/10

Preis: 8/10

Leistung: 9/10

Bezahlte Links

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