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Antigravity A1: Lohnt sich die neue 360-Grad-Drohne?

  • Autorenbild: Holger Reher
    Holger Reher
  • 7. Dez. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Dez. 2025

Erst im Sommer dieses Jahres hat das vor allem für 360-Grad-Kameras bekannte Unternehmen Insta360 bekanntgegeben, dass es mit Antigravity eine Company gegründet hat, die sich speziell mit dem Thema Drohnen befassen wird. Nun ist bereits das erste Produkt erhältlich: die Antigravity A1. Ich verrate Euch ihre wichtigsten Eigenschaften und ob ich sie für das Erstellen professioneller Videos empfehlen würde.

 

Die Antigravity A1 Drohne ist einfach zu bedienen.

Auf der Webseite des Anbieters wird die Antigravity A1 Drohne als für Anfänger geeignet beschrieben. Und das ist nicht gelogen. So ist sie mit einem Gewicht von nur 249 Gramm (laut Hersteller 24 Minuten Flugzeit) in den meisten Ländern und Regionen ohne weitere Schulung oder Zertifizierung zugelassen. Dies gilt nicht, wenn Ihr die Drohne mit einem größeren Akku ausstattet. Dann fliegt sie gemäß der Angaben des Herstellers bis zu 39 Minuten lang, fällt aufgrund ihres dann höheren Gewichts von 291 Gramm aber auch in eine andere Drohnenkategorie mit anderen Vorgaben.

 

ACHTUNG! Wie bei allen Drohen gilt: Bevor Ihr eine fliegen wollt, informiert Euch genau über die örtlichen Gesetze und Vorschriften. Die Anforderungen, wie zum Beispiel eine Versicherung und eine an der Drohne angebrachte Plakette mit dem Namen und der Anschrift des Betreibers, sind umfangreich und werden nicht alle von mir in diesem Text aufgeführt. Zudem können sie sich immer mal wieder ändern.


 

Für Einsteiger geeignet

Auch die praktische Freemotion-Steuerung, bei der Ihr über den mitgelieferten Motion Stick einfach einen Punkt im Raum anwählt, wonach die Drohne automatisch dorthin fliegt, ist ideal für Einsteiger*innen und schnell erlernt. Das Ganze fühlt sich so an, wie bei Point-and-Click-Videospielen, bei denen Eure Figur ebenfalls immer genau dorthin läuft, wo Ihr zuvor mit der Maus oder dem Gamepad hingeklickt habt. Sogar eine aus mehreren Wegpunkten bestehende Route (Sky Path) dürft Ihr auf diese Weise bestimmen oder ein Objekt tracken, das die Drohne fortan dann nicht mehr aus den Augen verliert – egal, wohin Ihr sie bewegt.


Das Tolle an Freemotion: Ihr müsst nicht angestrengt auf einen Smartphone-Screen oder auf den Bildschirm einer speziellen Fernbedienung schauen. Bei der Antigravity A1 setzt Ihr Euch einfach die mitgelieferte Vision-Brille auf und schnappt Euch den einhändig nutzbaren Controller – so fühlt sich eine intuitive, moderne Drohnensteuerung an! ABER: Ihr benötigt zwingend eine zweite Person als sogenannten Spotter – also jemanden, der die Drohne zu jeder Zeit am Himmel beobachtet. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.

 

Bewegungssteuerung à la Nintendo Switch

Neben Freemotion steht ein FPV-Modus (First Person View) zur Verfügung, bei dem Eure Arm- und Handbewegungen von den Sensoren in der Fernbedienung registriert werden und die Flugrichtung, die Flughöhe sowie den Rotationswinkel für Kurvenflüge beeinflussen. Letztgenannten könnt Ihr auch über ein Daumendrehrad am Joystick verändern. Die Geschwindigkeit bestimmt Ihr – wie bei einer Carrera-Rennbahn – mit Eurem Zeigefinger über einen Abzug an der Vorderseite der Fernbedienung. Auch komplexere manuelle Manöver lassen sich spielendleicht und recht genau ausführen. Allerdings nicht auf dem Niveau einer dji Avata (bezahlter Link) oder anderer bekannter Drohnensysteme, denn die A1 kann im Grunde nur nach vorn fliegen und zum Beispiel keine Loopings vollführen. Das muss sie aber auch gar nicht, da sie ja stets alles um sich herum aufnimmt, sodass in der Postproduktion all diese Manöver nachträglich kreiert werden können.


Safety first

Zwar kommt Ihr mit der A1 gar nicht erst in Versuchung, riskante Manöver zu fliegen, da sie diese gar nicht erst anbietet, dennoch gilt bei der Nutzung jeder Drohne stets: safety first! Daher bietet auch die Antigravity A1 die modernsten Sicherheitsmechanismen wie zum Beispiel eine Hinderniserkennung, einen Panik-Knopf am Joystick, der die Drohne sofort anhält und an Ort und Stelle schweben lässt, eine Return-to-Home-Funktion bei Verbindungsabriss, eine Flugsperre bei zu hohem Gewicht und eine Flight-Map, die vor für den Drohnenbetrieb gesperrten Zonen warnt.

 

Als wärt Ihr selbst am Himmel

Zwar gibt es bereits einige Drohnen, die mit einer Videobrille das Fliegen einer Drohne nicht nur erleichtern, sondern zu einem immersiven Erlebnis machen, doch die Antigravity A1 setzt mit ihrer 360-Grad-Fähigkeit noch eins drauf. Das bereits von den Insta360-Action-Kameras (bezahlter Link) bekannte System mit zwei Rücken an Rücken angebrachten Objektiven, die durch ihre Fischaugenoptik den kompletten Raum in alle Richtungen aufzeichnen und dabei das eigene Gehäuse oder angebrachte Selfiesticks automatisch aus dem Bild entfernen, kommt auch bei der Drohne zum Einsatz. In diesem Fall wird die Drohne samt Propeller aus dem Videomaterial gezaubert. Die Objektive zeigen dabei nach oben und unten. Während des Fluges könnt Ihr nicht nur nach vorn blicken, sondern Euch komplett frei im Raum umsehen. Damit Ihr dabei nicht verpasst, wo Ihr die A1 gerade eigentlich hinlenkt, wird ab einem bestimmten Blickwinkel ein Bild mit der Frontsicht eingeblendet.

 


Die A1 teilt Euer Flugerlebnis

Einblenden lassen könnt Ihr beim Fliegen auch ein Flugzeugcockpit oder einen Drachen mit schwingenden Flügeln. Zusammen mit der Möglichkeit, sich zu allen Seiten umschauen zu können, ergibt das ein beeindruckend immersives Erlebnis. Dieses lässt sich mit anderen teilen, denn in eines der beiden Gläser der Vision-Brille, die übrigens einen Dioptrin-Bereich von +1 bis -5 Fehlsichtigkeit ausgleichen können und jeweils über eine Auflösung von 2560x2560 Pixel verfügen, wurde auch außen ein LCD-Display verbaut. Über das können Eure Freunde genau verfolgen, was Ihr gerade so alles mit der Drohne treibt und filmt. Klasse!

 

Videoschnitt leicht gemacht

Das Filmmaterial könnt Ihr in Videoschnitt-Programme wie Adobe Premiere Pro, DaVinci Resolve oder Final Cut Pro importieren und dort bearbeiten, der Hersteller stellt aber auch eine eigene Software zur Verfügung. Im „Antigravity Studio“ lassen sich Kameraschwenks über Key-Frames oder Tracking bewerkstelligen. Auf Wunsch erstellt das Programm zudem eigenständig Highlight-Clips. Die gesamte 360-Grad-Aufzeichnung wird in 8K abgelegt, der später genutzte Ausschnitt hat aber eine 4K-Auflösung mit einer für 360-Grad-Kameras typischen weitwinkligen Optik. Das müsst Ihr beachten, bevor Ihr diese aus meiner Sicht hervorragend für ganz spezielle Action-Sequenzen mit Wow-Effekt und beeindruckende Social-Media-Posts geeignete Drohne kauft. Benötigt Ihr hingegen die aus Stock-Clips, Unternehmensfilmen oder YouTube-Videos bekannten, typischen Drohnenbilder mit klassischer Brennweite, knackiger Schärfe, top Dynamikumfang und höchster Bildstabilität, solltet Ihr eher zu einem anderen Modell greifen.


Preise & Verfügbarkeit

Die Antigravity A1 ist ab sofort in drei Bundles erhältlich. Das Standard Bundle für 1.399 Euro umfasst eine A1 Drohne, eine Vision-Brille, einen Motion-Controller, einen Flug-Akku, einen Transportkoffer für die Drohne sowie vier Ersatzpropeller. Für 200 Euro mehr gibt es im Explorer Bundle zusätzlich drei weitere Flug-Akkus, eine Ladestation, vier weitere Ersatzpropeller und eine Tragetasche, in der neben dem Drohnenkoffer dann auch das Zubehör Platz findet. Und wer 1.699 Euro ausgibt, erhält im Infinity Bundle die Ausstattung des Explorer Bundles plus einen Quick Reader zur kabelgebundenen Übertragung der Daten aus der Drohne, ohne dass diese eingeschaltet werden muss. Zudem sind die drei Akkus dann Hochleistungsmodelle, die das Gewicht der Drohne jeweils über die magische 249-Gramm-Marke bringen.

 

Erster Eindruck

Mit der Antigravity A1 gelingt Insta360 und Antigravity aus dem Stand ein großer Wurf im Drohnen-Geschäft, der am Himmel und aufgrund der 360-Grad-Funktionalität vor allem später in der Postproduktion neue spannende Möglichkeiten liefert. Da immer alles aufgezeichnet wird, muss man sich während des Fliegens nicht ständig um den perfekten Bildausschnitt kümmern. Ebenfalls für Einsteiger ideal sind die intuitiven Steuerungsmöglichkeiten sowie die niedrigeren Hürden für die Inbetriebnahme gegenüber schwereren Drohnen. Allerdings beißt sich der recht hohe Anschaffungspreis mit der Platzierung als Einsteigerdrohne. Die Bildspezifikationen wiederum entsprechen nicht ganz einem professionellen Ansatz. So ist die A1 genau das, was man von einem für 360-Grad-Kameras bekannten Unternehmen mit hoher Innovationskraft erwarten konnte: eine fliegende 360-Grad-Action-Cam, die von der ersten Inbetriebnahme an fasziniert und den Spaß am Drohnenfliegen zurückbringt.


Weitere Informationen sowie den Shop findet Ihr hier: https://www.antigravity.tech/de/


Fotos: Antigravity

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