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Aktualisiert: 27. Feb. 2024

Viele halten die LaMatric Time (bezahlter Link) für überflüssig und überteuert. Diese Einschätzung passt, wenn man nicht zur Zielgruppe des Geräts gehört. Ein Musikliebhaber, der ausschließlich Arien und Fugen hört, würde auf einem Rammstein-Konzert wohl zu demselben Urteil kommen. Wer, um auf die LaMetric Time zurückzukommen, das smarte Gadget ins Auge gefasst hat, um einen gut klingenden, edel gefertigten WiFi-Speaker zu erhalten, sollte das Auge gleich wieder abwenden und zum Beispiel zu einem Sonos One greifen.


Der mit einer zweiten Box zu einem Stereopaar kombinierbare Aktiv-Speaker hat zum Zeitpunkt dieses TechChecks einen ähnlichen Straßenpreis wie die Time (ca. 180 Euro), ist aber wesentlich hochwertiger gebaut und klingt um Welten besser. Wer hingegen – und nun definieren wir mal die Zielgruppe, die ihren Spaß mit dem LaMetric-Produkt haben wird – auf smarte Gadgets und technische Spielereien steht und/oder in den Sozialen Netzwerken aktiv ist und dort erfolgreich sein will, der wird seine helle Freude mit dem Teil haben.

Was ist die LaMetric Time eigentlich?

Die LaMetric Time ist ein Pixel-Display mit einem 37x8-Raster, das in einem quadratischen Bereich ganz links farbige Bildpunkte darstellen kann, während im längeren Teil rechts daneben ausschließlich weiße Pixel Texte oder Bilder erzeugen. Über eine übersichtliche App ans heimische WLAN angebunden (die Installation nach dem Einschalten gelingt schnell und unkompliziert), stehen einem im wahrsten Sinne unzählige Widgets zur Verfügung, zu denen sich tagtäglich neue hinzugesellen.


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Über das Dashboard bestimmt man die Reihenfolge, in der die Inhalte der kleinen Programme nacheinander auf dem Display erscheinen sollen. Der Wechsel erfolgt nach einem bestimmten Rhythmus, bei dem jedes Widget eine individuelle Verweildauer erhält, oder per Druck auf eine der drei Tasten auf der Oberseite des aus Plastik gefertigten Gehäuses. Zwischen „Zurück“ und „Weiter“ befindet sich dort noch ein Button in der Mitte, der je nach Widget eine andere Funktion auslöst (z.B. das Starten und Stoppen eines Timers).


In der App kann auch bestimmt werden, dass ausschließlich ein einzelnes Programm auf der Time läuft. Inzwischen gibt es auch eine Anbindung an Amazons Sprachassistentin Alexa. Darüber lässt sich der genannte Timer ebenso per Stimme steuern, wie das daheim installierte Multiroom-Set-up von Sonos oder – via IFTTT-Widget – die smarten Thermostate an der Heizungsanlage. Dabei werden dann zum Beispiel der aktuell laufende Song oder die Zieltemperatur angezeigt.

Große Funktionsvielfalt

Ein weiteres Beispiel für die Funktionsvielfalt der LaMetric Time (bezahlter Link), die auch ohne Alexa funktionieren, sind die Anzeige von Followern in den Sozialen Netzwerken und der Likes, die man für sein neuestes YouTube-Video erhalten hat. Es ist schon ungemein motivierend, in Echtzeit zu verfolgen, wie die Zahlen nach oben schießen, wenn man etwas Neues gepostet hat. Das ist wie ein optischer Applaus für jeden Blogger, Vlogger und Streamer, der mit Herzblut seiner Leidenschaft nach geht und sich eine Community aufbauen will.

Ob der aktuelle Börsenkurs, das Wetter in der Heimat oder an der nächsten Reisedestination, Mitteilungen von WhatsApp, Meldungen aus der ganzen Welt oder Anrufe: Das alles und noch viel mehr kann auf dem leichten (nicht einmal 600g) und kompakten (20,1x6,1x3,6cm) Gerät angezeigt werden, wobei es längere Worte, Sätze oder umfangreiche Texte als gut lesbare Laufschrift darstellt. Auch von unterwegs aus lässt sich das Gerät ansteuern – wie ein moderner, stationärer Ticker. Das wiederum ist auch ideal für Unternehmen, z.B. Shops, die darüber Angebote im Schaufenster bewerben. Oder um in der Agentur das aktuelle Gäste-WLAN-Passwort anzuzeigen.

Fazit

Die wunderbar hell einstellbare, puristisch designte LaMetric Time (bezahlter Link) ist für alle Social-Media-Helden und Freunde smarter Gadgets ein Muss. Bei Streams und Vlogs macht sie sich super als spannendes, schmückendes Gimmick im Hintergrund und inspiriert neue Zuschauer zum Liken oder Abschließen eines Abos. Für den Streamer oder YouTuber selbst stellt die Darstellung der aktuellen Fan-Zahlen all seiner Kanäle in Echtzeit eine große Motivation dar.


Darüber hinaus stehen zahlreiche weitere spannende Widgets bereit, deren Ausprobieren riesigen Spaß macht. Dass darunter auch sehr viele unsinnige vertreten sind, ist ob des üppigen Gesamtangebots zu verschmerzen. Und der Preis? Tja, der ist in der Tat und trotz allem mindestens einen Fuffie zu hoch ausgefallen.


Wertung:

LaMetric Time

Design: 8/10

Verarbeitung: 6/10

Preis: 3/10

Leistung: 8/10

(bezahlter Link)

Aktualisiert: 22. Dez. 2023

Die Q70R Reihe von Samsung kommt direkt nach der Einstiegsklasse, den Q60R-Modellen, die es in allen gängigen Größen von 43 bis 82 Zoll gibt. Die Q70R-TVs beginnen bei 49 Zoll und enden ebenfalls bei 82 Zoll. Dieses größte Modell stelle ich hier vor. Bei allen darüber liegenden Klassen ist die Auswahl nicht so üppig und es wird auch nicht derart groß. Die Q80Rs gibt es in 55 und 65 Zoll. Die Q85R-Modelle sowie die der Flaggschiffreihe Q90R sind in den Formaten 55, 65 und 75 Zoll verfügbar. Auf die 8K-Modelle gehe ich in einem späteren Artikel ein.

Wenn 4k, dann in groß

Da ich immer der Meinung war, dass sich 4K bei drei bis vier Metern Sitzabstand erst ab einer Bildschirmgröße jenseits der 75 Zoll lohnt, wollte ich, nachdem unser Sony-Full-HD-75-Zöller ironischerweise genau eine Woche nach dem Black Friday den Geist aufgegeben hatte, nun zu einem 82- oder 85-Zoll-Gerät mit UHD-Auflösung greifen. Und da wird die Luft auf dem Markt echt dünn.


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Bei OLEDs geht die Reise nur bis 77 Zoll (okay, einmal abgesehen vom 30.000-Euro-Top-Gerät 88Z9PLA von LG) und das dann zu horrenden Preisen. Da die, wenn auch nur sehr geringe Gefahr eines Abnutzungseffekts an häufig mit statischem Material wie Logos oder HUDs in Videogames bespielten Stellen besteht, wollte ich diese Technologie aber auch ohnehin nicht nutzen. Mit Kindern im Haus kann es immer gut passieren, dass zwar das Gerät im Wohnzimmer eingeschaltet wird, dann aber doch alle zusammen im Kinderzimmer stundenlang die Brio-Bahn aufbauen oder Puzzle lösen, während sich nebenan das Standbild ins Panel frisst.


Übrig blieben in einer selbst gesteckten Preis-Range bis 4.000 Euro die 85-Zoll-Modelle von Sony aus der XG85/95- und der XF85-Reihe, der NanoCell-TV 86SM9000 von LG sowie die beiden QLEDs von Samsung aus der 60er- und 70er-Serie. Da uns gerade ein Sony nach nur drei Jahren Betrieb abgeraucht war und die neuen Geräte auffälliges Backlight-Bleeding bei hellen Lichtern und Untertiteln zeigen sollen und ich LG eher bei OLED und weniger bei ihrer NanoCell-Technologie vertraue, fiel die Entscheidung auf den 82 Zöller Q70R von Samsung.

Unverständliche Größen-Politik

Im Vergleich zu unserem vorherigen 75-Zöller verfügt das Modell über eine noch einmal fast 20 Zentimeter längere Diagonale. Die 2,07 gegenüber den 1,89 Metern, die wir davor hatten, sind deutlich merkbar. Und auch, wenn ich von einem Setup mit drei Meter breiter Leinwand komme, wirkt dieses Ausmaß in Fernsehform selbst für unser recht geräumiges Wohnzimmer dann doch etwas drüber. Zumindest bei Nutzung auf den seitlich angebrachten Ständern. An der Wand wäre das Display 25 cm weiter entfernt vom Sitzplatz – das ginge dann vielleicht. Allerdings haben wir gerade ein wenig Skrupel, den über 40kg schweren Q70R an die Leichtbauwand zu bringen. Wenn der dann runterkommt, könnte das eventuell einem unserer Kinder oder den Hunden schaden.


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Kommen wir zur Veröffentlichungspolitik Samsungs auf dem deutschen Markt: Während in den USA auch die Q80R- und Q90R-Serien bis 82 Zoll verfügbar sind (ebenso die Q60R-Geräte, beim Q70R geht es sogar bis 85 Zoll), kann man hierzulande nur in den beiden Einstiegsklassen zu einem 82-Zöller greifen. Für mich eine fragwürdige Entscheidung: Wenn ein Display schon derart ausladend wird, sollte es doch auf jeden Fall über die stärkste Hardware verfügen.


In den zahlreichen Reviews weltweit wird überwiegend der 65-Zöller der Q70R-Serie unter die Lupe genommen und erwähnt, dass man von einer identischen Bildqualität bei den größeren Formaten ausgeht. Dort liegt in meine Augen aber genau das Problem. Während sich ein Dirty-Screen-Effekt bei 65 Zoll noch ebenso versenden mag wie eine insgesamt etwas zu geringe Leuchteigenschaft sowie die recht große Spiegelung, treten diese und weitere leichtere Unzulänglichkeiten des TVs bei 75 und 82 Zoll wesentlich stärker in den Vordergrund. Die 48 Dimming-Zonen müssen eine größere Fläche abdecken, die Umgebungsbeleuchtung hat mehr Platz zur Entfaltung auf der Displayoberfläche und der feine graue Schleier im Zentrum ist nun um einiges ausladender.

Für sich allein genommen gut

Dabei sei erwähnt, dass die grundsätzliche Qualität dieses TV-Geräts für sich allein genommen recht gut ist. Das Dirty-Screen-Phänomen ist nur auf großen, einfarbigen, bewegten Flächen sichtbar – also z.B. bei Fußballübertragungen oder Naturdokus. Das nicht komplett abschaltbare Local Dimming arbeitet auf höchster Stufe helle Bereiche des Bildes gut und ausreichend schnell heraus, und die Farben strahlen bei abgedunkelter Umgebung.


Tagsüber reicht bei frontaler Betrachtung die Leuchtkraft aus, damit man dem Geschehen auf dem Schirm – außer bei sehr dunklen Szenen – gut folgen kann. Von der Seite stören je nach Fenstersituation Spiegelungen, was in Kombination mit dem dann schwächeren Kontrast und reduzierten Farben zu keinem optimalen Film- und Fernsehgenuss mehr führt. Also immer schön in der Mitte bleiben!


Wenn man an den Bildeinstellungen herumschraubt, schafft man es, den Bildeindruck für jede Form der Zuspielung zu optimieren. Das komplette Aha-Erlebnis stellt sich zwar nur bei hochwertigem Material ein, doch das ist ja die generelle Herausforderung von Fernsehern: Sie müssen sowohl 4K in HDR als auch das qualitativ eher minderwertige HD-Material von so manchem TV-Sender bestmöglich darstellen können. Während der Q70R bei erstgenannten Inhalten seine Stärke ausspielt, die vor allem in einem satten Schwarzwert mit feinen Details liegt, fehlt es TV-Material auf diesem Display häufig am letzten Punch.

Weitere Ausstattung

Kurz noch zu den weiteren Faktoren, die für eine Kaufentscheidung wichtig sein könnten. Die Modelle der Q70R-Serie verfügen nicht über die One-Connect-Box, die bei den Geräten der Q85R und der Q90R-Serie das komplette Anschlusspanel beinhaltet und sämtliche Signale sowie die Stromversorgung über ein einziges dünnes Kabel an das Display weiterleitet. Die Q70R-Fernseher bieten ihre 4 HDMI-Ports, den Kabelanschluss, USB-Buchsen und den Netzwerk-Port links auf der Rückseite. Hinten auf der rechten Seite wird das Stromkabel angedockt.

Die Einrichtung erfolgt entweder über die nur mit den nötigsten Tasten sehr übersichtlich gehaltene Fernbedienung (u.a. sind die Lautstärke- und Programmwahlwippen genial einfach zu ertasten) oder die „Smart Things“-App aus dem Google Play oder App Store. Die App-Variante hat bei mir zwar nie so richtig funktioniert, doch auch per Remote Control gelingt die Installation schnell und einfach.


Die Menüführung ist ebenso plakativ und eingängig gelungen, Apps wie Netflix, Amazon Prime, YouTube, Sky Ticket, DAZN und Apple TV lassen sich einfach laden und anordnen und alles Wesentliche ist sehr schnell erreichbar. Hin und wieder hängt sich allerdings auch hier, wie bei vielen anderen Smart TVs, die ich bisher ausprobieren durfte, die eine oder andere App auf. Dann muss man im „Unterstützung“-Menü in den Einstellungen die Eigendiagnose starten oder dort direkt den Smart Hub zurücksetzen. Das gelingt beim Sony-Betriebssystem intuitiver über ein Quick-Access-Menü, aber zumindest läuft auch beim Samsung im Anschluss wieder alles wie es soll.


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Eine Anmerkung zu den Standbeinen darf nicht fehlen: Ich bin kein Freund von jeweils zwei Füßen an beiden Seiten. Dadurch schwirren nämlich vier Streben im Blickfeld herum, die ich dort nicht haben will. Mehr Ruhe bietet da die schicke Lösung des mittig angebrachten Standfußes im iMac-Stil der Q90R-Reihe. Den TVs der Flggschiff-Serie widme ich mich in einem bald erscheinenden TechCheck und nenne dort weitere signifikante Unterschiede gegenüber dem Q70R.


Fazit

Der Q70R ist ein guter LED-TV mit tollem Schwarzwert bei hervorragender Detailtreue in dunklen Bereichen. Während im abgedunkelten Raum die Farben strahlen und sowohl Kontrastumfang als auch Helligkeit des Displays für ein ansprechendes Bild – vor allem bei 4k- oder hochwertigem Fulll-HD-Material – sorgen, schwächelt das von mir getestete 82-Zoll-Modell in heller Umgebung durch Spiegelungen und schnell abfallende Bildwerte bei seitlicher Betrachtung. Wer viel Fußball oder Golf schaut, wird mit diesem Gerät ebenfalls nicht glücklich, da sich der Dirty-Screen-Effekt zentriert und recht auffällig zeigt.


Bis 65 Zoll halten sich die genannten Mankos in Grenzen, sind aber auch dort für das geübte Auge erkennbar. Statt eines 82-Zöllers der Q70R-Reihe würde ich nach diesem Test immer eher zu einem 75-Zöller der Q85R-Serie greifen. Bei beiden wird man um die 3.000 Euro los, profitiert aber bei letztgenanntem Modell unter anderem von der doppelten Anzahl an Dimming Zones, einer wesentlich besseren Blickwinkelstabilität und geringerer Spiegelung sowie der praktischen One Connect Box.


Wertung:

Samsung Q70R (82 Zoll)

Design: 8/10

Verarbeitung: 8/10

Preis: 7/10

Leistung: 7/10

Aktualisiert: 27. Feb. 2024

Wie bekommt man eigentlich das Bild einer Videospielkonsole in einen PC, um es live auf twitch und Mixer oder in einem YouTube-Video zu nutzen? Dafür benötig Ihr eine Streaming-Karte oder -Box, wie die Elgato HD60 S (bezahlter Link). Elgato hat zwar auch Streaming-Karten im Portfolio, doch da ich zu Beginn des Aufbaus meines Studios noch dachte, dass ich am nur geringfügig aufrüstbaren Mac Mini das Bildsignal weiterverarbeiten würde, habe ich mich für die externe Lösung HD60 S entschieden.


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Nur das Nötigste

Der Aufbau – und dadurch auch die Inbetriebnahme – des ziemlich robusten Geräts ist recht einfach. Auf der einen Längsseite des abgerundeten Kästchens befindet sich der HDMI-Eingang für das anliegende Full-HD-Bild sowie der USB-C-Ausgang zur Verbindung mit dem PC. Solltet Ihr 4K-Material streamen und recorden wollen, müsst Ihr zur HD60 S+ (bezahlter Link) oder der Kartenvariante 4K60 Pro (bezahlter Link) greifen.


Wollt Ihr 4K nur sehen, aber Full HD aufnehmen, besorgt Ihr Euch entweder die +-Variante, die diese Übung beherrscht, oder Ihr nutzt die HD60 S (bezahlter Link) zusammen mit einem HDMI-Splitter, der über eine Downscaling-Funktion verfügt. Der schleift an einem Port das 4K-Bild unbearbeitet zum 4K-fähigen Monitor durch, zudem rechnet er das Material intern auf Full HD herunter. Das geht dann vom zweiten Ausgang an die HD60 S, die nun etwas damit anfangen kann. Hier empfehle ich Euch einen solchen Splitter, der gegenüber der Lösung HD60 S+ den Vorteil hat, dass Ihr – abseits des zusätzlich via USB-C am PC anliegenden Signals – zwei Monitore mit einer direkten Bildleitung befeuern könnt.

Auf der anderen Seite der aus Plastik gefertigten HD60 S findet man den HDMI-Ausgang. Über diesen wird das anliegende Bild unbearbeitet weitergeleitet. Eine Latenz ist dabei nicht zu bemerken, auch wenn natürlich jede Signalwegverlängerung unweigerlich dazu führt. Auch über den USB-C-Port wird das Spielbild zur Verfügung gestellt, das man sich am Rechner zum Beispiel über die auf elgato.com kostenlos zur Verfügung stehenden Software Game Capture (für Mac) oder 4K Capture Utility (für Windows) anschauen und weiterleiten oder aufzeichnen kann. Trotz einer beworbenen latenzfreien Darstellung (für diese Speed steht das „S“ im Namen des Produkts), sollte man diese jedoch nicht für Online-Duelle auf hohem Niveau nutzen, sondern in diesem Fall auf das Bild aus dem „HDMI Out“-Port zurückgreifen.


Einfach in der Handhabung

Sowohl mit der HD60 S als auch mit der HD60 S+ (bezahlter Link) lassen sich Streams auf twitch und Co. sehr einfach einrichten. Man wählt aus den vorgefertigten Settings für z.B. Xbox 360, Xbox One, PS 4 oder Nintendo Switch und stellt die Qualität ein, mit der übertragen werden soll. Dann pegelt man noch den anliegenden Spielesound und den des Mikros für die eigenen Kommentare ein. Dieses kann man entweder über den Miniklinken-Eingang der beiden Modelle oder über ein Audio-Interface und ggf. per USB (je nach Mikro-Modell) mit dem PC verbinden. Wer will, reichert seine Präsentation mit Overlays an – zum Beispiel dem Bild aus einer Webcam (die muss dann am PC hängen), einem Counter für Follower oder einem Spendenziel.


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Über einen auf twitch oder Mixer generierten, profilbasierten Code, den man in der Elgato Software eingibt, wird nach dem Drücken der Aufnahmetaste dann Eure gesamte Show direkt auf der Streaming-Plattform übertragen. Mit einem praktischen Zusatzgerät desselben Herstellers, dem sogenannten Streamdeck (hier geht’s zu meinem Test), könnt Ihr während Eurer Live-Präsentation ganz einfach die Overlays ein- und ausschalten, wechseln, oder andere Prozesse anstoßen. Dafür stehen je nach Modell sechs, 15 oder 32 physischen Buttons zur Verfügung, hinter die Ihr vorab und sehr intuitiv Aktionen legen könnt. Dazu zählen auch das Dimmen der Hintergrundbeleuchtung in Eurem Zimmer, das Skippen von Musiktiteln, das Einblenden bestimmter Webseiten oder die Aktivierung von Pausen- und End-Screens.


Viele Bildformate

Das zum PC geschickte Bild aus der Elgato Box (beide Modelle unterstützen die Auflösungen 1080p60, 1080p30, 1080i, 720p60, 720p30, 576p, 576i und 480p) kann übrigens auch über andere Broadcasting-Programme abgerufen werden. Das war in OBS zu Beginn nur über das virtuelle „Abfilmen“ des HD60 S Fensters möglich, inzwischen gibt es aber den direkten Weg, indem man die Box als Videoeingabegerät auswählt und anschließend das gewünschte Bildformat, die Qualität und die Bildwiederholrate einstellt.


Das Tolle an der HD60 S/S+ ist die Einfachheit, mit der man hier direkt mit dem Streaming und/oder Videoproduzieren beginnen kann – und das ist ja auch das Konzept der Elgato-Hardware-Reihe, mit der sich der Hersteller sehr clever sehr früh einen immer größer werdenden Markt erschlossen hat. Zu bemängeln gibt es nicht sehr viel. Hätte man die Boxen als rechtwinklige Kästen designt, hätten sie sich auch gut auf dem Schreibtisch gemacht. Mit ihrer jetzigen Form landen sie bei den meisten Nutzern – so wie bei mir – wohl eher irgendwo hinter oder unter dem Tisch.


Fazit und Ausblick

Um es so kompakt wie möglich zu halten, war es darüber hinaus wohl erforderlich, den USB-Ausgang auf die Seite des HDMI-Eingangs zu legen. Das ist bei der Erstverkabelung und der Neuinstallation nach dem Transport etwas verwirrend und man muss noch einmal ein genaues Auge auf die recht kleinen Markierungen „In“ und „Out“ werfen. Schade ist zudem, dass die HD60 S 4K-Material nicht herunterrechnen kann. Hierfür benötigt Ihr dann das Nachfolgemodell HD60 S+, das 4K versteht und mit HDR 10 Unterstützung an den Monitor durchschleift.


Im PC kommt bei diesem Nachfolgemodell wie bei der Variante ohne das + aber ebenfalls „nur“ Full HD mit 60 fps an – das dann allerdings mit HDR-Unterstützung. Ein Aufzeichnen von HDR-Material funktioniert aktuell aber nur auf PCs mit Windows 10. Zu beachten ist, dass Ihr an Eurem Rechner einen USB 3.0 Anschluss haben müsst. Ein entsprechendes Kabel liegt ebenso bei wie eine HDMI-Strippe. Der Versuch, die Verbindung mit einem eigenen USB-C-auf-USB-C-Kabel herzustellen, scheitert bei den meisten Rechnern.


Ich habe übrigens zwei HD60 S im Einsatz. Die eine ist fest in mein Streaming Studio integriert, während ich die andere im Wohnzimmer an einem Gaming Laptop nutze, auf dem OSB läuft. Hin und wieder habe ich einfach Lust, gemütlich auf der Couch zu zocken, und so kann ich das Bildmaterial von Switch, Xbox One und PS4 auch dort abgreifen, aufzeichnen und später zum Beispiel für ein YouTube-Video nutzen. Ich werde in Kürze die +-Variante und deren neue Software 4KCU testen, die u.a. die nachträgliche Aufnahme von vergangenen, nicht zuvor für das Recording aktivierten Spielszenen bietet. Und ich bin gespannt, wie flink das durchgeschleifte 4K-Bild auf dem Monitor ankommt. Eventuell überlege ich mir dann ein neues Set up für mein Studio.


Wertung:

Elgato HD60 S

Design: 7/10

Verarbeitung: 7/10

Preis: 6/10

Leistung: 9/10

HIER GEHTS ZUR HD60 S+ (bezahlte Links)

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